Ursprung

(Titelfoto: skr) Die Videoinstallation „Ursprung“ von  Eric Buschendorf und Felix Theobald  war vom 14. bis 16. September während der 21. Kulturtage AKK im BMW Club in der Reduit zu sehen. Uns hat sie so sehr fasziniert, dass wir hier gerne das Gespräch mit den beiden Studenten der Mediengestaltung veröffentlichen.

Schon zu Beginn des Projektes war für uns klar, uns mit pflanzlichem Wachstum zu beschäftigen.

Wir wollten also die Saat, mit ihrem bestimmten Datensatz, in einer chaotischen Welt pflanzen, die mit ihren vielfältigen Einflüssen die finale Form der Pflanze prägt.

Die Saat mit ihrer DNA ist die Ausgangssituation des zu erwartenden Lebens, die dann mit individuellen Einflüssen die finale Form der Pflanze prägt.

Das größte Hindernis war die Integration von Interaktion. Zu Beginn besteht der Gedanke, aus den Betrachtern und deren Bewegungen ausgelesenen Daten, die jeweiligen Saat und damit die Pflanze zu generieren.

Dieses Konzept haben wir geändert, weil unsere Prämisse darin besteht, ein entspanntes, meditatives Erlebnis zu bieten. Wir müssen ausschließen, dass der Zuschauer zu aktiv wird.“ und weniger Betrachter und Bewunderer der Natur. Die Datensätze hätten also einen Kontrast und eine natürliche Vielfalt enorm eingeschränkt hätte. 

Das visuelle Erlebnis wird akustisch durch das Plätschern eines Regens verstärkt. Dazu haben Eric und Felix aus vielen Aufnahmen unterschiedliche Regengeräusche zusammengesetzt. Mit dem Heranwachsen der Pflanze wird der Klang klarer hörbar und je nach Ausprägung der Äste das Stereobild beeinflussen. Wächst die Pflanze eher nach rechts, dann wird der Regen auf diese Seite deutlicher hörbar und umgekehrt.
Für die Aufnahmen der Tropfen nutzen die Designer unter anderem Reis, der auf Blätter oder Papier gefallen, das Regengeräusch simuliert oder in der Pfanne brutzelnde Bratäpfel.

Um die einzelnen Wachstumszyklen der Pflanze, ihr Leben, ihr Sterben – gefühlvoll zu inszenieren, kreierten sie sphärische Synthesizerklänge. Nach dem Start jeder einzelnen Phase wird eine Melodie generiert, welche nach Eintreten des Sterbensprozesses beginnt. Somit entsteht ein dynamischer Zyklus euphorischen Wachsens und morbidem Verfall.

Auf visueller Seite wollen die beiden eine möglichst immersive, jedoch unaufdringliche Erfahrung bieten.

Die Basis ist ein Grundrauschen das zu Beginn die gesamte Projektionsfläche einnimmt. Es stellt den Nährboden der Pflanze dar.

Die Pflanze wird eine monochrome, formbetonte, dafür blattlose Ranke, die vom unteren Bildschirmrand – dem Ursprung – zu wachsen beginnt.

Eric Buschendorf und Felix Theobald vor ihrer Installation Ursprung, Foto: Sabine Kronenberger